Fraser Range

31.10.2011

Esperance – Fraser Range

Nach einer Dusche und dem üblichen Frühstück mit zwei Scheiben Toast und Kaffee hab ich mich erst mal um Trucky gekümmert. Der Wassertank war leer, also musste aufgefüllt werden. Dann alles sicher verstaut und um 9.10 a.m. war ich wieder auf der Strasse. Heute brauchte ich ja nicht so lange zu fahren, aber der Tank war halb leer, also habe ich beim ersten Roadhouse angehalten und ihm zu essen gegeben. Dann ging es weiter. Das Fahren geht inzwischen wie geschmiert, inklusive rückwärtsfahren. Das allerdings immer mit Kamera. 180 km bis Norseman. Kein Problem!!! Musik habe ich ja genug und mitsingen kann ich ja, denn es hört mich ja keiner. 🙂

Bin trotzdem immer schön vorsichtig gefahren. Zwischendurch mal ein Zigarettenpäuschen, wenn es mir zu langweilig wurde. Aber wie heisst es so schön: der Weg ist das Ziel. Gegen halb zwölf war ich dann in Norseman und beschloss hier eine längere Pause einzulegen. Also in Richtung „Town Centre“. 🙂

Das besteht aus einer breiten Strasse, die in der Mitte einen Parkstreifen hat und bei der an den beiden Seiten die Geschäfte liegen. Die Hälfte hatte entweder zu, oder war nicht vermietet. In dem einzigen Cafe habe ich mir einen Kaffee und ein Sandwich gegönnt. Anschliessend noch etwas Wasser  im IGA gekauft und eine Fussmatte für den Camper. Danach habe ich die „Public Toilette“ aufgesucht. Dazu musste ich an der Rückfront der Geschäfte vorbei. Sie bestehen grössten Teils nur aus Wellblech, das irgendwie zusammengehalten wird. Und zum Schluss habe ich mir noch einen „The West Australien“ gekauft, man will doch schliesslich wissen, was in der Welt passiert. Die Haupthemen waren: die Themseliesel in Perth, der Melbourne Cup und natürlich Qantas.

Dann bin ich weitergefahren und als ich am Anfang des Eyre Highway ein riesiges grosses Schild sah, auf dem vor Kangeroos, Rindern und Kamelen gewarnt wurde, hat mir das schon ein bisschen Respekt eingeflösst. Von da an suchten meine Augen immer den Strassenrand ab, ob eines dieser Tierchen vielleicht rüber wollte. Es ist wirklich seltsam, wie schnell man sich an so eingrosses Auto gewöhnt. Ich brauchte nun nicht mehr den Kontrollblick in die Aussenspiegel, ob ich mich auch richtig in der Spur befand. Das ging jetzt wie von selbst. Also alles wunderbar.

Schliesslich stand  am Strassenrand das erste Schild: Fraser Range Station 10 km. Als ich dort ankam schnell eingecheckt. Man konnte sich den Platz aussuchen, den man wollte. Nicht viel Betrieb heute. Also hab ich mir ein nettes Plätzchen mit Strom gesucht und mir dann erst mal nen Kaffee gemacht. Das Wetter war so, naja. Nicht kalt aber bedeckt. Dann musste erst mal die Station erkundet werden. Waschräume BBQ etc. alles prima.

10 cm tief
Überbleibsel aus längst vergangenen Tagen
Und jetzt nur noch relaxen!!! Am späten Nachmittag wurde es windig, nicht so angenehm, aber die Wolken rissen auf und nun war der Himmel über mir strahlend blau.
Hier wurden die Schafe geschoren
     
Fraser Range

Um halb sechs hab ich dann ein BBQ angeschmissen und mir ein schönes Steak gebraten, dazu ein bisschen  leckeren Wein, was will man mehr. Alles ganz easy und bloss kein Stress. Den hat man hier auch nicht. Hier ticken die Uhren irgendwie anders und das tut gut. Ich merke, wie ich langsam vollkommen „Gedankenlos“ werde. Kein Grübeln, kein: „was ist wenn“, einfach nur die Leichtigkeit des Seins. Alles loslassen. Saugut das Gefühl.            

Schaf :-)
 
Pink Galahs auf der Fraser Range

Dann früh ins Bett, dunkel und kalt draussen und noch etwas gelesen. Ich schlafe wie ein Tier, tief und fest ohne wach zu werden, obwohl der Wind so stark war, dass es meinen Trucky ganz nett geschüttelt hat. So ein komfortabler Camper hat übrigens auch seine Vorteile, denn ich habe mir vor dem Schlafengehen die Heizung angemacht, denn es war lausig kalt.

01.11.2011

Fraser Range

Geweckt wurde ich heute gegen 5 a.m. von dem Schwarm Pink Galahs, die hier immer wieder über den Campground fliegen. Ich habe dann aber beschlossen noch ein wenig zu schlafen und bin gegen 6.30 a.m. aufgestanden. Eine Tasse Kaffee draussen vor dem Camper und mal in die Zeitung von gestern geschaut. Der Himmel war strahlend blau und es versprach ein wunderschöner Tag zu werden. Um halb neun bin ich dann zur ersten Wanderung aufgebrochen

Natürlich hatte ich mir vorher von der netten Dame vom Station Management Tipps und eine Karte geben lassen. Mit allem was man so braucht, Wasser, Sonnencreme und Hut ausgestattet ging ich dann los. Leider in die falsche Richtung! Shit happens!!! 😉 Langer Rede kurzer Sinn, ich kam nicht auf den Hügel mit dem tollen Ausblick ,sondern landete im Busch. Irgendwann wurde es mir mulmig und ich kehrte um. Weiser Entschluss.

Also dann erst noch einen Kaffee und ein bisschen gelesen. Dann gegen 11.30 a.m. neue Infos eingeholt und besser zugehört. Nun war ich auf dem richtigen Weg. Nach einer Weile ging es bergan, über Stock und Stein, immer die roten Markierungen im Blick. Dann kam ich an die Wallaby`s  Falls. Sie waren natürlich ausgetrocknet. Also weiter.

Wir haben uns beide erschreckt
 
Ein toter Baum

Da sprang plötzlich ein grosses , rotes Kangeroo  hinter einem Baum hervor. Wir haben uns beide ziemlich erschreckt. Es sprang mit grossen Sätzen davon, blieb aber dann in sicherer Entfernung stehen, um zu sehen was ich machte. Ich machte natürlich Fotos. Vorsichtig ging ich auf es zu, doch ich hatte keine Chance, es sprang davon. Ich entdeckte, dass da noch etliche  von ihnen in dieser Gegend waren. Sie schauten hinter Felsen hervor oder ästen in grösserer Entfernung.

Eine gante Horde Roos
 
Windrad

Also ging ich weiter den Hügel zum Mt. Pleasant hinauf. Ich muss sagen, es war ein wunderschöner Blick als ich dort oben ankam. Man konnte unheimlich weit sehen und es war eine unglaubliche Stille, wenn der Wind sich legte. Über eine Stunde habe ich dort gesessen, Roos beobachtet und es einfach genossen.

Als ich wieder unten an der Station ankam, sagte mir die Dame, dass heute am Nachmittag eine Sunset Tour stattfindet. Natürlich habe ich die sofort gebucht. Um vier Uhr ging es los und sie dauerte 3 Stunden. Mit einem Oka ging es über die Station, deren Hauptteil sich auf der anderen Seite des Eyre Highway befindet. Der Guide gab uns, wir waren 5 Leute, ein australisches Ehepaar, eines aus Holland und ich, viele Infos über die Entstehung und Entwicklung der Station. Er machte uns auch immer wieder auf graue und rote Kangeroos aufmerksam. Bis heute Nachmittag hatte ich den Sinn des „Rabbit Proof Fence“ nicht wirklich verstanden.Aber so unendlich viele Kaninchen habe ich noch nie und werde ich wohl auch nie mehr sehen. Diese niedlichen Tierchen entwalden riesige Gebiete. Wenn es im Sommer trocken ist, nagen sie die Wurzeln der Bäume an, die dann absterben und umfallen. Aber irgendwie scheint man das Problem trotz Zaun und Abschiessen nicht in den Griff zu bekommen, denn es ist unglaublich zu sehen, wie sie in Massen ihre Haken schlagen wenn sie etwaskommen sehen.

Sonnenuntergang ...
.....bei einem Gläschen Wein
Zum Schluss sind wir einen Hügel hinauf gefahren, von wo wir uns dann den Sonnenuntergang bei einem Glass Wein , Käse, Dips und Kräckern angeschaut haben. Dabei wurde viel erzählt, ernstes und auch lustiges.

Wieder zurück auf der Station habe ich erst mal wieder das BBQ bemüht und mit einem Glas Wein diesen wunderschönen Tag begossen.

3 Antworten zu “Fraser Range”

  • Anja sagt:

    In Norseman habe ich seinerzeit 1 1/2 Tage verbracht weil der Hwy wg Ueberschwemmunge gesperrt war…ein Erlebnis: Salzseen mit Wasser, unglaubliches Farbenspiel…

    …achja, Steve moechte wissen, welceh Seriennummer der OKA hatte…

    LG
    Anja

  • annedownunder sagt:

    Huhu,mir hat eigentlich die Stunde dort gereicht. 🙂 Keine Ahnung,hab aber ein Foto von dem Teil.Und wenn ich es endlich schaffen würde die hochzuladen,könntet ihr den auch sehen.
    LG,Anne

  • Teddy sagt:

    Du schreibst wirklich sehr anschaulich, ich fahre mit Dir.
    Bin sowieso immer bei Dir mit meinen Gedanken.

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